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Persönliche Stressmuster erkennen. Resilienz gezielt stärken.

Der erste Schritt: sich selbst kennen

Resiliente Führung beginnt mit Selbstführung. „Entscheidend ist, die eigenen Stressoren zu kennen: Welche Situationen bringen mich aus dem Gleichgewicht? Wann werde ich ungeduldig oder defensiv?“, sagt Tanja Abwa.

Dabei hilft es das eigene Verhalten und die persönlichen Motive zu verstehen. INSIGHTS MDI® kann Führungskräften eine Grundlage geben, sich damit auseinanderzusetzen, wie sie typischerweise kommunizieren, was Sie stresst, wie Sie Entscheidungen treffen und mit anderen zusammenarbeiten und was sie dabei antreibt.

Diese Selbstkenntnis wird besonders unter Druck relevant. Denn gerade dann greifen Menschen häufig auf vertraute Verhaltensmuster zurück.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Was passiert mit mir, wenn der Druck steigt? Wie verändert sich mein Verhalten? Und welche Wirkung hat das auf andere?

Genau hier setzt RELIEF an. Die Standortbestimmung geht gezielt auf das persönliche Stresserleben ein: Was setzt mich unter Druck? Wie reagiere ich darauf? Welche Muster verstärken den Stress und welche Bewältigungsstrategien und Ressourcen stehen mir zur Verfügung?

Dabei betrachtet RELIEF unter anderem die psychischen Grundbedürfnisse Bindung, Orientierung, Kontrolle und Selbstwert. Gerade in unsicheren Zeiten können fehlende Orientierung oder das Gefühl, nur wenig Einfluss auf die eigene Situation zu haben, relevante Stressquellen sein.

Eine solche Analyse ist nicht erst sinnvoll, wenn die Situation bereits kritisch wird. Gerade in stabileren Phasen kann sie helfen, die eigene Stressdynamik zu verstehen und Strategien für künftige Herausforderungen zu entwickeln, um dann gerüstet zu sein, wenn der Druck von außen kommt.

Persönliche Stressmuster erkennen. Resilienz gezielt stärken.

Warum geraten manche Menschen unter Druck schneller aus dem Gleichgewicht als andere? Stress entsteht nicht allein durch äußere Belastungen. Auch persönliche Bewertungen, Erwartungen und eingeprägte Denk- und Verhaltensmuster beeinflussen, wie wir schwierige Situationen erleben und wie wir darauf reagieren.

Gerade für Führungskräfte ist es deshalb wichtig, die eigene Stressdynamik zu verstehen. Diese Selbstkenntnis ist ein wichtiger Baustein auf dem individuellen Entwicklungsweg. Wer weiß, was ihn unter Druck setzt, welche Muster dann stärker werden und welche Ressourcen zur Verfügung stehen, kann frühzeitig gegensteuern und auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig bleiben.

Warnsignale früh erkennen

Führungskräfte sind es gewohnt, zu funktionieren. Dadurch besteht die Gefahr, eigene Warnsignale erst spät wahrzunehmen.

Stress zeigt sich nicht bei allen Menschen gleich. Manche beginnen zu grübeln oder können sich schlechter konzentrieren. Andere reagieren emotionaler oder spüren körperliche Veränderungen. Auch das Verhalten kann sich verändern: Menschen ziehen sich zurück, werden gereizter oder treten anderen gegenüber schroffer auf.

RELIEF unterscheidet deshalb verschiedene Ebenen der Stressreaktion und betrachtet sowohl akute als auch längerfristige Auswirkungen. Im Analysebericht werden unter anderem kognitive, emotionale und körperliche Reaktionen sowie langfristige Veränderungen wie Rückzug, Leistungseinbußen oder Veränderungen im Sozialverhalten berücksichtigt.

Für Führungskräfte ist das besonders relevant. Denn die eigene Stressreaktion endet nicht bei ihnen selbst, sondern wirkt sich auch auf das Team aus. Und damit auf die gesamte Performance einer Organisation.

Stress „Marke Eigenbau“

Nicht jeder Stress kommt von außen. Ein Teil entsteht durch eigene Ansprüche, Bewertungen und eingeprägte Denk- und Verhaltensmuster. Tanja Abwa spricht in diesem Zusammenhang von „Stress Marke Eigenbau“.

Dazu zählt beispielsweise ein hoher Perfektionsanspruch, das Gefühl, immer stark sein zu müssen, oder starre Erwartungen an sich selbst und andere.

RELIEF betrachtet solche inneren Antreiber gezielt. Im Ergebnis der Analyse finden sich beispielsweise kognitive Muster wie Muss-Denken, Katastrophisieren oder Globalisieren sowie emotionale Antreiber wie „Sei perfekt“, „Sei stark“, „Beeil dich“ oder „Streng dich an“. Diese Muster – oft Erfolgsmuster aus früheren Zeiten – können zusätzlichen Druck erzeugen, obwohl die äußere Situation schon anspruchsvoll genug ist.

Wer diese Mechanismen kennt, kann besser verstehen, warum bestimmte Situationen immer wieder ähnliche Reaktionen hervorrufen und wo Veränderung ansetzen kann.

Resilienz ist Vorbereitung, nicht nur Krisenmanagement

Unternehmen beschäftigen sich häufig erst intensiver mit Stress, wenn die Leistung bereits sinkt, Konflikte zunehmen oder Fehlzeiten steigen. Dabei lässt sich Resilienz deutlich früher stärken.

Eine Standortbestimmung mit RELIEF kann Führungskräften zeigen: Wo liegen meine persönlichen Stressoren? Welche inneren Muster verstärken den Druck? Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung? Und wie gehe ich typischerweise mit schwierigen Situationen um?

Denn RELIEF betrachtet nicht nur Stressauslöser und -reaktionen, sondern auch Bewältigungsstrategien. Dazu gehört etwa die Frage, ob jemand unter Druck aktiv wird, sich zurückzieht, zuversichtlich an Herausforderungen herangeht oder besonders stark darauf bedacht ist, Misserfolge zu vermeiden.

Auch Resilienzfaktoren wie Lebenszufriedenheit und soziale Unterstützung werden in der Analyse berücksichtigt. Sie können dabei helfen, Stressoren abzufedern und schwierige Situationen besser zu bewältigen.

Damit verschiebt sich die Perspektive von der reinen Krisenbewältigung hin zur Vorbereitung. Das ist speziell für junge Menschen, die am Beginn ihres beruflichen Entwicklungswegs stehen und auf Führungsaufgaben vorbereitet werden sollen, besonders wichtig.